So spart man 45.000 Lkw Fahrten
28. 02. 2025
Die Rail Cargo Group und entsprechende Anschlussbahnen machen’s möglich: 570.000 Tonnen Material für den Brenner Basistunnel werden nachhaltig auf der Schiene transportiert.
28. 02. 2025
Die Rail Cargo Group und entsprechende Anschlussbahnen machen’s möglich: 570.000 Tonnen Material für den Brenner Basistunnel werden nachhaltig auf der Schiene transportiert.
Eine moderne Eisenbahninfrastruktur ist die Grundlage für nachhaltige Mobilitäts- und Transportsysteme. Ein zentrales Leuchtturmprojekt ist der Brenner Basistunnel (BBT), der Österreich und Italien als leistungsfähige Flachbahn unter den Alpen verbinden wird. Von insgesamt 230 Kilometer Tunnelsystem sind bereits 185 Kilometer ausgebrochen. Nach Fertigstellung wird der Tunnel 64 Kilometer lang und damit die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt sein.
Seit 2023 laufen die Arbeiten im Baulos „H53 Pfons-Brenner“, dem letzten des Gesamtprojekts und des größten auf österreichischem Projektgebiet. Zwei Tunnelbohrmaschinen arbeiten sich seit September 2024 jeweils 7,6 Kilometer von Steinach Richtung Norden durch den Berg. Die „Fabriken im Berg“ setzen dabei auch die Innenschale des Tunnels ein, die aus sogenannten Tübbingringen besteht. Jeder einzelne Ring setzt sich aus sechs Elementen und einem Sohlstein zusammen. Gefertigt werden diese von der Firma Max Bögl in Sengenthal, Deutschland. An ihren rund 365 Kilometer entfernten Bestimmungsort gelangen sie klimafreundlich auf der Schiene – transportiert von der RCG von der Oberpfalz auf direktem Weg bis zur Baustelle in Steinach am Brenner. Insgesamt werden 570.000 Tonnen Baumaterial transportiert, davon 530.000 Tonnen Tübbinge und 40.000 Tonnen Perlkies. Eine ausgeklügelte Logistiklösung sorgt für die reibungslose Versorgung der Baustelle.
Die Anschlussbahn Wolf, seit 2016 in Betrieb, ermöglicht die direkte Anlieferung der Materialien per Bahn. Die Entladung erfolgt mittels Portalkränen, bevor die Tübbinge auf Schwerlast-Lkw zur Tunnelbohrmaschine transportiert werden. Dies reduziert den Straßenverkehr im Wipptal erheblich und sorgt für eine nachhaltige Baustellenlogistik.
Ganz allgemein kann man sagen: Jede Tonne, die mit dem Zug transportiert wird, ist 30-mal klimafreundlicher als mit dem Lkw. Um Gütertransporte so unkompliziert wie möglich mit dem Zug abzuwickeln, spielen Anschlussbahnen eine wichtige Rolle. Es handelt sich dabei um einen Gleisanschluss von der Hauptstrecke direkt zum Unternehmen. Das spart vor allem Zeit – und die ist in der Logistik besonders wichtig..
Anschlussbahnen sind Investitionen in die Zukunft, die aber natürlich auch mit Kosten verbunden sind, die Unternehmen oft nicht stemmen können. Deshalb fördert die ÖBB-Infrastruktur AG bis zu 100 Prozent der Kosten für eine Anschlussweiche. Auch der Bund unterstützt mit bis zu 50 Prozent die Schaffung der weiteren betrieblichen Schieneninfrastruktur. So soll eine Fracht mit der Bahn für die Unternehmen leistbarer und damit attraktiver werden.
Obwohl sich in den letzten Jahren vereinzelt Unternehmen entschieden haben, ihre bestehende Anschlussbahn aufzulösen, erkennen gegenwärtig immer mehr Unternehmen deren Potential. So eröffnete voriges Jahr die R.E.P. GmbH in Schwarzach eine Anschlussbahn. Heuer geht eine weitere zur Zehner-Kaserne in Ried im Innkreis in Betrieb. Außerdem laufen derzeit 9 weitere Anschlussbahn-Projekte, insbesondere entlang der West- und der Pyhrnstrecke.
Firmen, die ebenfalls (Schienen)-Anschluss suchen, finden hier Infos und Ansprechpersonen.